Kernkraftwerke - Pro und Kontra (16.10.2002)

Hinweis: Dieser Artikel spiegelt nicht mehr die aktuelle Meinung des Autors wieder. Siehe auch hier. Dieser Text darf übrigens nicht verwendet werden, um für Kernkraft zu werben.

Kernkraftwerke sind in den Medien ein viel diskutiertes Thema. Immer wieder hört man in den Medien von kleineren Defekten, die aber nicht gefährlich sind. Viele Leute fürchten sich vor den Kernkraftwerken, weil sie Angst haben, dass sie explodieren könnten. Erst recht fragen sich die meisten Leute nach dem 11. September 2001, ob es ein Atomkraftwerk überleben würde, wenn jemand ein Flugzeug auf ihm abstürzen lässt. Nun will ich die Vor- und Nachteile der Atomkraftwerke erörtern.

Das Hauptproblem bei Atomkraftwerken (Eigentlich müßte es Kernkraftwerk heißen) ist, dass die ausgebrannten Brennstäbe irgendwo entsorgt werden müssen. Man kann sie leider nicht einfach auf die normale Mülldeponie werfen, sondern muss sie einbetoniert, in speziellen Metallgefäßen, in spezielle Lager bringen. Das sind meistens ehemalige Salzbergwerke. Dort werden sie dann tief in der Erde vergraben, das heißt sie sind immer noch vorhanden und nicht einfach weg (Es gibt weltweit noch kein Endlager für hochradioaktive Abfälle (nur für leicht- und mittelradioaktive Abfälle), siehe auch unter diesem Text.).

Einige Menschen haben Angst, dass die Atomkraftwerke explodieren könnten, wie es 1986 in Tschernobyl passierte. Die Menschen, die dort in der Nähe von Tschernobyl wohnten haben sogar noch heutzutage schwere körperliche Schäden. Selbst die Kinder der Frauen, die dort wohnten, sind zum Teil stark entstellt, weil das radioaktive Material das Erbgut verändert.

Seit dem 11. September gibt es sehr viele Menschen, die einen möglichen Terroranschlag befürchten. Es weiß nämlich niemand, ob es ein Atomkraftwerk überleben würde, wenn jemand absichtlich ein Passagierflugzeug in ein solches Kraftwerk hineinsteuern würde. Aber falls irgendeine Terrororganisation uns angreifen wollte, und es keine Atomkraftwerke gäbe, hätten sie auch andere Möglichkeiten, dies zu tun, wie zum Beispiel das Trinkwasser zu vergiften. (Ein schwaches Argument.)

Es gibt auch viele Gründe, die für Atomkraftwerke sprechen: Die Sicherheitsstandards der deutschen Kraftwerke sind die höchsten (Sind sie das wirklich?), die es gibt. Somit ist die Wahrscheinlichkeit einer Explosion sehr niedrig bzw. gleich Null.

Ein weiterer Grund, der für Atomkraftwerke spricht, dass der Strom vom Ausland hinzugekauft werden muss, da der Strom, der von Kohle-, Wasser- und Windkraftwerken produziert wird nicht für die Versorgung von ganz Deutschland ausreichet. (Nach einer Modernisierung des Stromnetzes und einer Weiterentwicklung der regenerativen Energiequellen wäre das in relativ kurzer Zeit möglich. Derzeit wird übrigens mehr Strom exportiert als importiert.) Wenn wir dann vom Ausland Strom kaufen müssen, müssen im Ausland weitere Kraftwerke gebaut werden, um den Strombedarf zu decken. Dabei wird die Wahl höchstwahrscheinlich auf die Atomkraftwerke fallen, da die am meisten Strom produzieren. Wenn also im Ausland, zum Beispiel in Frankreich oder in der Tschechei ein Atomkraftwerk explodiert, sind wird genauso davon betroffen, wie wenn ein deutsches Atomkraftwerk explodiert. Außerdem sind, wie ich oben schon erwähnt habe, die Sicherheitsstandard der deutschen Kraftwerke die höchsten, die es gibt. (O-Ton von Angela Merkel *g*)

In Deutschland ist die Arbeitslosenrate sehr hoch. Wenn man die Atomkraftwerke abschaltet, gehen weitere Arbeitsplätze verloren und die Arbeitslosenrate steigt weiter an und der Staat muss mehr Arbeitslosengeld zahlen. (Der Rückbau der Atomkraftwerke wird noch lange genug Arbeitsplätze binden. Außerdem gibt es bei der Entwicklung regenerativer Energien noch viel zu tun.).

Der Hauptgrund, der für Atomkraftwerke spricht ist der, dass es eigentlich keine echte Alternative für den Atomstrom gibt. (Die regenerativen Energien können eine solche Alternative sein. Oder ganz altmodisch: Wie wärs mit Energiesparen, z.B. mit einer Mehrfachsteckdose mit Schalter, damit die Geräte nicht ständig im Stand-By-Modus laufen.) Dem Kohlekraftwerk bzw. dem Ölkraftwerk muss man immer Kohle bzw. Öl zuführen, was nicht mehr lange möglich sein wird, weil der Rohstoffvorrat zur Neige geht (Mit den derzeitigen Kernkraftwerken wird das Uran langsam knapp und die Kernkraftwerke der vierten Generation lassen noch bis 2030 auf sich warten.), damit es läuft und es gibt Kohlenstoffdioxid an die Erdatmosphäre ab und das führt dann letztendlich zum Treibhauseffekt. Die Wasserkraftwerke sind schon überall gebaut, wo es möglich ist und die Windkraftwerke liefern nicht genug Strom (Das ist falsch.). Genauso ist es auch bei den Solarkraftwerken. Sie liefern auch nicht genügend Strom im Vergleich zur Fläche die sie benötigen (Auch falsch.). Man kann sie höchstens auf die Dächer bauen, was zum Teil auch gemacht wird.

Nach Abwägung aller Argumente bin ich für Atomkraftwerke, solange es noch keine richtige Alternative gibt. (Mittlerweile bin ich der Ansicht, dass wir so schnell wie möglich aus der Atomenergie aussteigen sollten. Die am 28.10.2010 beschlossenen Laufzeitverlängerungen sollten so schnell wie möglich rückgängig gemacht werden, da sie nur den vier Energieriesen mehr Geld bescheren und eine Gefahr für die Bevölkerung darstellen.)

Ich bin der Meinung, dass es irgendwann eine gute Alternative zu Atomkraftwerken geben wird. Vielleicht werden die Solarzellen irgendwann so gut entwickelt sein, dass sie die Sonnenenergie effizienter als heutzutage in elektrische Energie umwandeln. Vielleicht werden die Fusionskraftwerke, in der die Prozesse, die in der Sonne ablaufen, nachgeahmt werden, eine mögliche Alternative sein, falls sie sich nicht als genauso gefährlich oder als gar gefährlicher als die Atomkraftwerke herausstellen. (DESERTEC habe ich übrigens noch vergessen.)